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Blockchain – Nutzen für den Zah­lungs­ver­kehr im 21. Jahr­hundert

Bei all dieser Euphorie sollte nicht vergessen werden, dass die Technologie noch am Anfang steht. Die Insolvenz der Bitcoin-Börse Mt. Gox vor einigen Jahren oder der aktuelle Angriff auf die neue Kryptowährung Ether sind gute Beispiele dafür. Auch die Mobile Payment-Trends zeigen, dass es vom Hype neuer Ideen und neuer technologischer Möglichkeiten bis zur Marktreife und Marktakzeptanz ein weiter Weg sein kann.

Digital Banking: Was sich durch Blockchain verändert

Die Blockchain ist eine technologische Weiterentwicklung des Internets und ermöglicht Werte im Internet zu transportieren. Sie ist ein dezentral geführtes, allumfassendes und nachvollziehbares (gläsernes) „Kontobuch“. In ihr werden alle Aktionen zwischen den Nutzern registriert und die Daten wie eine Kette blockweise aneinander gereiht. Sie organisiert sich selbst, da viele Beteiligte ein Interesse an der Stabilität und Integrität haben.

Wie Blockchain Banking funktioniert

Mit der Blockchain können Transaktionen abgewickelt werden, ohne dass sich die Partner vertrauen müssen. Die Blockchain ist die Technologie hinter dem Bitcoin. Die Lösung des Bitcoin-Entwicklers bestand darin, alle notwendigen Informationen in einer riesigen öffentlichen Datenbank abzulegen. Eine Datenbank, die niemandem gehört – und damit allen zugleich und nicht manipulierbar ist.

Abbildung 1: SWOT Blockchain

Möglichkeiten der Blockchain im Zahlungsverkehr

Eine funktionierende Blockchain bietet großes Potenzial und kann für alle Teilnehmer immense Vorteile generieren, insbesondere für ineffiziente oder oft papierbasierte Prozesse wie z. B. Trade Finance oder Remittance Zahlungen. Sie kann helfen Zahlungsverkehrs-Netzwerke wie SWIFT oder auch Korrespondenzbankbeziehungen sicherer und effizienter zu gestalten.
Für den Massenzahlungsverkehr, wo es sich um systemkritische Infrastrukturen handelt und in Sekunden tausende von Transaktionen abgewickelt werden, scheinen die Schwächen der Blockchain noch zu eklatant. Der Zahlungsverkehr für die Masse ist heute schon sehr effizient, günstig und stabil, so dass es in diesem Bereich aktuell keinen realen Bedarf für verteilte Ledger gibt.
Weniger Papier, weniger Bargeld, mehr mobile und Instant-Services sowie Konsolidierung der Infrastrukturen ermöglichen Wachstum, Effizienzsteigerungen und zusätzliche Potentiale im Zahlungsverkehr. Mit der Blockchain-Technologie wird allzu oft eine Lösung für ein Problem gesucht, was eigentlich der falsche Ansatz ist. Der Kunde nicht die Technologie sollte im Vordergrund stehen.
Virtuelle Währungen wie der Bitcoin, die auf der Blockchain-Technik basieren, können aber den Zahlungsverkehr der Zukunft ergänzen, wo klassische Zahlungsmöglichkeiten an Grenzen stoßen.

Abbildung 2: Vorteile Virtuelle Währungen

Die Entwicklungen mit der Blockchain sollten Ansporn für die Finanzindustrie sein, den bestehenden Zahlungsverkehr weiter zu entwickeln und noch effizienter zu gestalten. Die derzeitigen Kosten und Laufzeiten für Remittance- oder auch Auslandszahlungen aber auch die Eingabe einer IBAN werden Verbraucher in einer digitalisierten Welt auf Dauer nicht akzeptieren. Die Möglichkeiten der Blockchain-Technologie können dabei helfen und IT- und Processing Kosten reduzieren, Sicherheit erhöhen und Innovationskraft und Innovationsgeschwindigkeit forcieren.

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