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XS2A und das Nutzer­erlebnis: Was Konto­informations­dienste aus dem E-Commerce lernen können

Status Quo: PSD2 steckt den Rahmen ab

Das gilt insbesondere für den Zugang zum Konto für Zahlungsauslöse- und Kontoinformationsdienste (XS2A). Während sich der Markt vor einem Jahr noch die Frage gestellt hat, ob XS2A überhaupt Akzeptanz und Anwendung findet, existieren zwölf Monate später diese Zweifel nicht mehr: XS2A und API (Anwendungsprogrammierschnittstellen) sowie die damit verbundenen Möglichkeiten waren 2016 beherrschende Themen im Finanzumfeld. Mittlerweile ist die Frage nicht mehr ob, sondern wie die bisherige Akzeptanz und Conversion Rate des Konsumenten hinsichtlich XS2A-Nutzung noch weiter erhöht werden können. Eine Erfahrung aus dem Bereich epayment stimmt in dieser Frage zuversichtlich: Kann mit dem Konto-Login ein Mehrwert realisiert werden, z.B. die schnellere Zahlungsauslösung, sind Konsumenten bereit, ihre Konto-Login-Daten auch auf Third Party Providern (TPP) einzugeben.

Vergleich: Zusammenhang von Anwendererlebnis und Umsatz im E-Commerce

Bezahlen im Internet mittels online payment ist ein Hygienefaktor und ein notwendiges Übel. Eine große Herausforderung für den Shop-Betreiber im Bereich payment services liegt darin, dass der Konsument die Bezahlung nicht abbricht, das epayment also reibungslos funktioniert. Vor diesem Hintergrund muss der Bezahlvorgang für den Konsumenten vertraut sein, möglichst komfortabel, reibungslos und zügig ablaufen. Sind diese Kriterien erfüllt, gehen Konsumenten auch in Vorleistung und sind bereit zu bezahlen, bevor sie die Ware in Händen halten. Die so genannten Direktüberweisungsverfahren, wie beispielsweise SOFORT Überweisung, arbeiten ebenfalls mit der XS2A-Technologie. Die Akzeptanz dieser Direktüberweisungsverfahren zeigt seit Jahren nach oben, denn verglichen mit einer herkömmlichen Überweisung steht das Nutzererlebnis des Konsumenten dabei wesentlich im Vordergrund.

Die Erfahrungen aus dem E-Commerce lassen sich auch auf die Anwendungsfelder von Kontoinformationsdiensten übertragen, wie beispielsweise der Online-Kreditvergabe. Auch hier bestehen für den Konsumenten zahlreiche Hürden und Brüche, die letztlich dafür sorgen können, dass der Konsument die Anfrage genervt abbricht und zu einem anderen Kreditinstitut wechselt. Wie schon beim Beispiel E-Commerce beschrieben, muss auch hier der Prozess des Konto-Logins für den Konsumenten möglichst reibungslos und vertraut ablaufen, sprich das Nutzer- und Anwendererlebnis muss maximiert werden. Für die größtmögliche Akzeptanz und damit eine Optimierung der Conversion von XS2A gibt es mehrere Erfolgsfaktoren: 

  • Fehlerquelle BIC: Viele Konsumenten scheitern bereits am ersten Eingabefeld, da sie ihre vollständige BIC nicht auswendig wissen oder diese mit anderen Konten durcheinander bringen. Größten Komfort bietet ein Kreditinstitut durch die Autovervollständigung der BIC, beziehungsweise die Möglichkeit, falls die BIC partout nicht einfällt, auch andere Suchkriterien, wie Name oder Ort der Bank im BIC-Feld anzugeben. Die Autovervollständigung in der Login-Maske, das zeigen die Erfahrungswerte, ist ein absoluter "Conversion-Booster".
  • Bankspezifische Login-Felder: In Deutschland gibt es eine europaweit einmalige heterogene Bankenlandschaft mit mehreren tausend Kreditinstituten. Jede Bank hat ihre eigene Systematik beim Login - das Angebot reicht von einem bis hin zu vier Eingabefeldern. Herkömmliche Standard-Banking-API-Lösungen gehen den einfachen Weg und fragen oftmals nur eine allgemeine Benutzerkennung, im Sinne eines "one size fits all"-Feldes. Der Konsument ist in diesem Fall irritiert und verunsichert, da er seine vertrauten Login-Felder nicht vorfindet. Der Abbruch der Kreditanfrage droht an dieser Stelle besonders häufig. Bankspezifische Login-Felder sind demnach ebenfalls ein "Conversion-Booster" und eine Mindestanforderung an Banking API-Anbieter.
  • Hohe Bankenabdeckung: Der Konsument darf sich zu keinem Zeitpunkt des Konto-Logins Gedanken machen, ob der Kontozugang mit der eigenen Bank funktioniert oder nicht. Eine maximal hohe Bankenabdeckung ist eine vertrauensbildende Maßnahme und auch ein wichtiges Entscheidungskriterium bei der Wahl eines Kontoinformationsdienstes. Eine Bankenvollabdeckung ist zum aktuellen Zeitpunkt nur mit einer intelligenten Kombination aus Standard-Abfragesystemen (z.B. HBCI/FinTS) und der so genannten Webinterface-Abfrage möglich. HBCI/FinTS lässt sich zwar leicht technisch ansteuern, deckt aber nur einen Teil der Bankenlandschaft sowie begrenzte Kontofunktionen und -inhalte ab. Hier braucht es individuelle Webinterface-Abfragen, die zwar einen hohen Maintenance-Aufwand seitens des API-Betreibers mit sich bringen, allerdings nur in diesem Zusammenspiel eine Bankenabdeckung von über 99,6 Prozent bewirken - ein echter Wettbewerbsvorteil.

Konto-Login von FinTecSystems: Hohe Akzeptanz durch gewohnte Umgebung

Mit dem Konto-Login von FinTecSystems sind alle diese Erfolgsfaktoren gegeben: Autovervollständigung der Bankleitzahl, bankspezifische Login-Felder sowie die vollständige Bankenabdeckung. Diese Erfolgsfaktoren bereiten den Boden für die höchstmögliche Akzeptanz und damit die Erhöhung der Conversion. Der Echtzeit-Konto-Login ist damit eine Win-Win-Situation für Anbieter und Konsumenten. Den Anbieter erwartet eine schlanke, schnelle und digitale Lösung, die als White Label im Hintergrund in Echtzeit die Bonität des Konsumenten überprüft. Durch die Legitimation mit der Eingabe von PIN, Konto-Login und BLZ identifiziert sich der Konsument eindeutig. Der Konsument findet wiederum seine gewohnten Konto-Login-Felder vor und schließt einen Online-Kreditvertrag dadurch eher ab.

PSD2 und die Schnittstellen: Banking-API ist nicht gleich Banking-API

Ein zentrales Element in der PSD2 ist die Entwicklung von allgemeinen API durch die Kreditinstitute selbst. Diese werden den TPP anschließend zur Verfügung gestellt. Es bleibt abzuwarten, wie die Qualität dieser Schnittstellen in punkto Inhalt, Leistungsumfang und Verlässlichkeit sein wird. Letztendlich ist Anbietern, Banken und Konsumenten nur geholfen, wenn der Login smart und einfach abläuft. Nur dann wird der Konto-Login genutzt, das Online-Bankkonto funktionaler und die denkbaren Services vielfältiger.

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