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Mobiles Bezahlen Vol. II

Übrigens, WhatsApp verfügt noch gar nicht über das mobile Bezahlen.  Seit der Kooperation von Snapchat und Square können User via Snapchat in den USA jedoch längst Geld untereinander hin- und herschieben. Der Start war bereits Ende 2014. Und bevor wieder alle den Untergang der Banken am Horizont sehen: Die Sparkassen konnten es doch sogar schon vor WhatsApp, und einige Fintechs sogar schon vor den Sparkassen.

Alle glücklich? Nein!

Ich weiß, ich ziehe mir jetzt wieder den Zorn der Deutschen Kreditwirtschaft zu; und wenn die Kartellbehörde mitliest, dann läuten alle Glocken Sturm. Doch was hier gerade im Markt der mobilen Bezahl-Apps läuft, läuft falsch.

Mobil und Instant –das sind zwei feine Sachen und bieten aus meiner Sicht tatsächlich die Chance, den Bargeldumlauf zu verringern. Und zwar aus dem Grund, weil es die Nutzer so wollen, und nicht, weil es per Gesetz reguliert wird. Die Umsetzung ist jedoch nur machbar, wenn die Sache einfach wird. Und zwar aus Sicht des Kunden, der bei Ihnen ja im Mittelpunkt steht. Oder?

„Einfach“ bedeutet in diesem Zusammenhang zwingend, dass Geld von der Sparkassen-App auch zu einer App von meinem Kumpel bei den Genossen wandern können muss. Und von dort dann gerne zu einer Privatbank, um die dritte Säule nicht zu vernachlässigen. Wer in einem der Lager glaubt, dass die Kunden nur wegen einer Bezahl-App die Bank wechseln, erliegt irgendwann einem Trugschluss. Und der könnten schneller kommen, als den Erfindern von Kwitt und Co. lieb ist.

Natürlich darf es keine Absprache zwischen Banken geben. Aber Bezahl-Apps, die nicht miteinander kommunizieren können, das wäre wie Bargeld bei einer Volksbank abzuholen, damit aber nur bei Aldi bezahlen zu können. Edeka nimmt übrigens dann nur Bargeld aus den Automaten der Deutschen Bank.

Wenn mobiles Bezahlen und das Übertragen von Geld untereinander funktionieren soll, dann braucht es als Basis eine einheitliche Plattform. Die Sparkassen machen die dann Rot, die Commerzbank Gelb und den Rest können Sie sich denken.

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